Mark Zuckerberg: Das können Anleger von ihm lernen

26.02.2016
von Birte Pampel
(Kommentare: 1)

Eine Annäherung

Wie groß ist Ihre Risikobereitschaft?

Mark Zuckerberg kommt nach Berlin. Selbst Leute, die bisher keine Meinung zu dem Facebook-Gründer hatten, können sich eine gewisse Neugier nicht verkneifen. Dieser Mann, der einen Milliarden-Dollar-Internetkonzern führt und dabei manchmal so einen nachdenklichen Ausdruck im Gesicht trägt wie „Der kleine Prinz“ in dem berühmten Buch von Antoine de Saint-Exupéry. Der zur Geburt seines Kindes einen Großteil seiner Facebook-Aktien symbolträchtig spendet. Was für ein Mensch ist Mark Zuckerberg und was können wir von ihm über erfolgreiches Investieren lernen? 

MZ kommt aus einem Akademikerhaushalt, sein Vater ist Zahnarzt und seine Mutter Psychotherapeutin. Wie die meisten gut situierten Amerikaner dürften seine Eltern schon früh in Aktien oder Aktienfonds investiert haben. Bevor Mark 18 Jahre alt war, hat er also bereits das große Finanzbeben von 2000/2001 miterlebt, das dem Dotcom-Boom folgte. In diesem Jahr zitterte ganz Amerika um seine Aktienbestände. Ich lebte damals in New York City und durfte Tag für Tag miterleben, wie die betriebliche Altersvorsorge meiner Kollegen (die in den USA teilweise bis mehrheitlich in den Kapitalmarkt investiert wird) mit jedem Absacken des Dowjones dahinschmolz. Selbst erfahrenen Anlegern verging in diesen Wochen die Freude am morgendlichen Donut.

Schlechte Erfahrungen sind wertvoll! 

Mark hatte das Glück, eine solche Krise schon früh zu erleben. Er lernte die Risiken, aber auch die Chancen des Kapitalmarkts kennen, von seiner tiefsten Talsohle bis zu den „fetten Erntejahren“. Vor allem lernte er, die Ereignisse an den Finanzmärkten in einem ausgewogenen Licht zu sehen. Eine Pleite wie mit der deutschen Telekom-Aktie? In den USA hätte diese Geschichte nicht annähernd so hohe Wellen erzeugt wie in Deutschland. Denn niemand wäre auf die Idee gekommen, sein Geld in nur eine einzige Aktie zu stecken, wie es leider viele unerfahrene Anleger in Deutschland taten. Entweder man kauft Aktien von mehreren Unternehmen oder man investiert in einen Aktienfonds, der für eine gute Streuung sorgt. Entpuppt sich ein Investment als Pleite, dann sind andere Investments in der Lage, das auszugleichen. Im Übrigen gehen amerikanische Anleger selbstverständlich davon aus, dass sie an der Börse auch Misserfolge erleben werden. Zum falschen Zeitpunkt eingestiegen? Auf das falsche Papier gesetzt? Anleger, die es mit der Geldanlage ernst meinen, sehen darin Erfahrungen, die sie klüger gemacht haben. Weiter geht’s!

Über Geld reden

Natürlich hilft es, wenn man Probleme in der Geldanlage nicht allein durchleben muss. Auch deshalb reden Amerikaner viel und gerne über Geldanlagen. Mit dem Unterschied, dass sie auch ihre Erfolge leidenschaftlich gern diskutieren. Hört sich schräg an? Hierzulande würden sich die meisten Menschen wohl komisch fühlen, wenn sie beim Abendessen mit Freunden über ihre „ansehnlichen Aktiengewinne“ sprechen würden. Mark Zuckerberg hingegen fände es vermutlich komisch, nicht darüber zu reden. Schließlich möchte man gute Tipps gerne weitergeben und freut sich umgekehrt, wenn andere von spannenden Anlagemöglichkeiten berichten.   

Was bedeutet das für uns Anleger?

Mark Zuckerberg ist als Milliardär sicher kein Rollenmodell für Anleger in Deutschland. Aber auch ein Mark Zuckerberg hatte nicht immer Millionen zur Hand, um Verluste an den Börsen auszugleichen. Was ihm als Unternehmer und Anleger erfolgreich macht, ist die Bereitschaft, Risiken einzugehen und Erfahrungen zu sammeln: „The biggest risk is not taking any risk ... In a world that's changing really quickly, the only strategy that is guaranteed to fail is not taking risks.“ - Genau diese Bereitschaft ist auch für Anleger hierzulande sehr wichtig, wie der Beitrag im Spiegel ("Die Deutschen versagen beim Sparen") kürzlich gezeigt hat. Wir können es uns nicht mehr leisten, nur sehr sichere (und meist gebührenintensive) Finanzprodukte zu kaufen und zu hoffen, dass wir im Alter genug Kapital angesammelt haben.

Meine Top-Empfehlungen für Anleger, die sich weiter entwickeln wollen:[nbsp]

1. Lesen Sie nicht nur Finanzzeitschriften und Zeitungen, sondern informieren Sie sich bei unabhängigen Autoren. Der Finanzwesir ist eine der besten Quellen in Deutschland, um sich in das Thema Geldanlagen einzuarbeiten. Selbst erfahrene Anleger finden bei ihm tolle Gedankenanstöße. 

2. Treten Sie einer Online-Community bei, in der fundiert über Geldanlagen diskutiert wird. Eine der modernsten Communities dieser Art bietet die Fidor Bank. Hier stoßen Sie auf wenig Produktwerbung und viele erfahrene Anleger und Fachleute, die leidenschaftlich über Geld und Geldanlagen diskutieren.

3. Probieren Sie sich in einem geschützten Raum aus. Viele Banken und auch bankunabhängige Anbieter bieten heutzutage Musterdepots an. Dort können Sie eine fiktive Auswahl von Aktien und Fonds zusammenstellen und erleben, wie sich das Auf und Ab der Finanzmärkte anfühlt. 

Autorin: Birte Pampel

Dieser Beitrag erscheint in unserer Serie Empowerment für Anleger. Hier schreiben wir über Bedürfnisse und Erfahrungen heutiger Anleger und Anlegerinnen.  

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Kommentar von Thomas |

Ein sehr informativer Artikel mit ganz wichtigen Informationen. In diesem Bereich gibt es tatsächlich einiges zu beachten. Viele unterschätzen dies allerdings und wundern sich dann, wenn sie scheitern.